DER ISLAM
Die Religion, welche im 7. Jahrhundert wie eine Flutwelle über den Nahen Osten und die halbe Welt hereinbrach, verdankt ihr Entstehen Mohammed (570 - 632). Die Mohammedaner betrachten ihn als den letzten und größten einer Reihe von Propheten, zu denen sie auch Abraham und Christus zählen. Seine legendäre Himmelfahrt vom Tempelberg in Jerusalem machen die Stadt, nach Mekka und Medina, für die Mohammedaner zum drittgrößten Heiligtum der Welt.
Mohammed behauptete, daß ihm der Erzengel Gabriel erschienen sei, und daß sich ihm Allah, der wahre und einzige Gott, offenbart habe. Seine Verkündungen sind schriftlich im Koran festgehalten und werden in mohammedanischen Schulen und in den etwa 100 Moscheen Israels täglich rezitiert. Der Koran enthält auch Textstellen aus dem Alten und dem Neuen Testament. Er gibt jedem Moslem Richtlinien für sein tägliches Leben (Moslem - jemand, der sich Gott unterwirft). Er prophezeit denen, die seine Lehren befolgen, paradiesische Belohnungen nach dem Tode , und denen, die sie mißachten, das Fegefeuer. Wie auch das Judentum vebietet der Islam den Genuß von Schweinefleisch.
Der Mohammedaner darf weder Alkohol trinken, noch spielen. Der Koran fordert Würde und Gerechtigkeit im Handel, Respekt vor den Eltern, Unterstützung der Armen und Fürsorge für Waisen. Der israelische Rundfunk sendet täglich Koranrezitate, sowie Gebete und Predigten. Die überwältigende Mehrheit der arabischen Bevölkerung Israels (650000) ist mohammedanisch. Ihre höchsten Würdenträger sind die Kadis der Scharia-Gerichtshöfe; für die Rechtssprechung in Angelegenheiten des Personenstandes, wie zum Beispiel Heirat, Scheidung, Erbschaft sind sie allein zuständig.
Ganz gleich wo ein Mohammedaner lebt, sei es in Akko oder in Karatschi, erwartet man von ihm die Einhaltung der von Mohammed verkündeten fünf Pfeiler des Islam. Der erste ist der Glaube an Allah und lautet: "Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet." Der zweite ist das Gebet, zu dem der Muezzin vom Minarett aus fünfmal täglich aufruft. Mohammedaner brauchen keine Moschee, um zu beten, doch muß ihr Blick nach Mekka, der Geburtsstadt Mohammeds, gerichtet sein.
Vor dem Betreten der Moschee waschen sie sich Hände und Füße und lassen ihre Schuhe am Eingang stehen. Frauen beten in abgesonderten Räumen oder auf dafür vorgesehenen Galerien. Der Freitag wird, ebenso wie alle anderen Feiertage des Islam, in Israel als offizieller Feiertag der Mohammedaner anerkannt. Ein weiterer Pfeiler des Islam ist das Spenden von Almosen; von jedem Mohammedaner wird erwartet, daß er mit einem Teil seines Einkommens zur Unterstützung der Moscheen und der Armen beiträgt.
Der vierte Pfeiler ist die Einhaltung des Fastenmonats Ramadan, zum
Angedenken Mohammeds erster Offenbarungen; von Sonnenaufgang bis
Sonnenuntergang wird weder gegessen noch getrunken und am Ende dieses Monats
werden beim Fest des Guten Willens (Klein Baram) Freunde und Verwandte
beschenkt. Der fünfte Pfeiler des Islam ist der Hadsch, die Pilgerreise nach
Mekka, die jeder Mohammedaner wenigstens einmal in seinem Leben machen soll.
Touristen können während der beiden Monate nach dem Ramadanfest vollbeladene
Busse sehen, die Pilger aus Judäa und Samaria nach Mekka bringen.