DIE SECHSTE TOUR

 

Die Shefalah (Niederungen)

Tel Aviv - Rischon Le Zion (10 km) - Rechowot (15 km) - Kirijat Gat (60 km) - Bet Govrin (78 km) - Bet Schemesch (113 km) - Ramle (139 km).

Diese Tour wird diejenigen von Ihnen interessieren, die etwas für einen Hauch biblischer Geschichte übrighaben und sich außerdem der großzügigen Landschaftsformen des Heiligen Landes erfreuen. Sie führt durch Teile der fruchtbaren Küstenebene, über die Schfela - die Niederungen - wo Sie kathedralengroße Kalksteinhöhlen bewundern können, ins Elahtal, wo David Goliath erschlug, und schließlich zurück nach Tel Aviv. Fahren Sie südwärts, den Wegweisern nach Aschdod folgend und biegen Sie 12 km weiter nach rechts ab. Überqueren Sie die Brücke und besuchen Sie Rischon Le Zion.

 

RISCHON LE ZION

 

1882 wurde Rischon Le Zion ("Die Erste in Zion"), die erste von Pionieren errichtete Stadt, gegründet. Leicht war es nicht: auf Kamelen mußten die Bauern Wasser von Mikwe Israel (südl. von Tel Aviv) herbeischaffen. Baron Edmond de Rothschild half ihnen finanziell, vor allem beim Errichten der Weinkellereien. Heute ist Rischon Le Zion einer der bedeutendsten Weinexporteure des Landes und wenn Sie guten Wein schätzen, ist ein Besuch in den Karmel Weinkellern sicher lohnenswert. (Andere große Weinkellereien liegen in Zichron Jaakov). Freie Führungen. Geöffnet 8.30 - 15 Uhr. Rischon ist auf mehreren Gebieten "Erster" im Lande: Hier wurden Israels erster jüdischer Kindergarten , die erste Volkschule und Israels erstes jüdisches Blasorchester gegründet. 1882 las hier der Dichter Naphtali Herz Imber den Siedlern ein Gedicht vor. Kurz darauf schrieb Samuel Cohen, ein anderer Siedler die Musik dazu. Das so entstandene Lied ist heute Israels Nationalhymne, "Hatikwa" (die Hoffnung).
Wenn Sie die Jabotinskystraße weiterfahren, sind Sie innerhalb weniger Sekunden in Nes Ziona (1884 geründet); gleich hinter den Bahnschienen liegt Rechovot. Sie befinden sich jetzt auf der Srtaße Nr. 412.

 

RECHOVOT

 

Rechovot wurde durch Israels Wissenschaftler berühmt. 1934 gründete Israels erster Staatspräsident Chaim Weizmann das Sieff-Institut, das heute unter dem Namen Weizmann-Institut zu den führenden wissenschaftlichen Forschungsinstituten der Welt gehört. Während Prof. Ephraim Katzir hier arbeitete, wurde er zum 4. israelischen Präsidenten gewählt (1973 - 78). Die Levi Eschkol Landwirtschaftsschule gleich genüber dem Weizmann-Institut, nach dem verstorbenen israelischen Ministerpräsidenten benannt, ist eine Fakultät der Hebräischen Universität in Jerusalem. Rufen Sie bitte unter , um Auskünfte über freie Führungen zu erhalten. Rechovot wurde 1890 gegründet, als Neueinwanderer sich hier niederließen und Weingärten und Mandelbaumhaine anlegten. Es folgte der Anbau von Zitrusfrüchten, heute ist die Stadt in ständigem ökonomischen Wachsen begriffen (Lebensmittel-, chemische und landwirtschaftliche Industrie).

 

Sehenswürdigkeiten:

 

Zitrusfrucht-Packhallen:
am Nordeingang der Stadt. Wähhrend der Erntesaiso geöffnet.

Weizmann Institut:
geöffnet von 8 - 15.30 täglich. Filmvorführung über Forschungsprojekte 11 Uhr und 15.15 Uhr, Freitag nur um 11 Uhr. Für weitere Informationen rufen Sie die Besucherabteilung an.

Weizmann Haus:
Führungen jede halbe Stunde von So bis Do 10 - 15.30 Uhr. Eintrittspreise. Führungen nach vorheriger Vereinbarung. Hier befindet sich auch das Grab Weizmanns, eine Bibliothek und eine Ausstellung über das Leben von Dr. Chaim Weizmann. Am Ende der Herzl Straße (Nr. 412) kreuzen sich drei Straßen an der Bilu-Kreuzung. Fahren Sie in Richtung Beer Schewa (Nr. 40) rechts. Dieser Weg führt Sie an Israels größtem Kibbuz, Givat Brenner, mit seinem Gästehaus, Schwimmbad und seiner Kaffeestube vorbei. Fahren Sie weiter durch Gedera, einer freundlichen landwirtschaftlichen Gemeinde mit malerischen Häusern mit roten Dächern. Gedera wurde 1884 von Bilu-Siedlern gegründet. Stets weht ein leichter Wind in den frischen Obstgärten und den weiten Weizenfeldern. Biegen Sie links in die Richtung nach Kirijat Gat (Straße Nr. 40) ab. Sie kommen am religiösen Kibbuz Chefetz Chaim vorbei, der israelische Supermärkte mit koscheren Fertigspeisen beliefert. Auch hier gibt es ein Schwimmbad. Sie fahren an fruchtbaren Feldern vorbei und sehen in der Ferne, jenseits von Eukalyptusbäumen, einige Siedlungen. Nach einer größeren Kurve erblicken Sie die Umrisse der Entwicklungsstadt Kirijat Gat.

 

KIRIJAT GAT

 

Kirijat Gat liegt im Herzen eines besonders erfolgreichen Siedlungsgebiets. Rund um diese Ortschaft leben an die 28000 Menschen. Ihre Einwohner stammen aus fast 40 verschiedenen Ländern. Seine Industrieunternehmungen umfassen hauptsächlich Textilien, Baumwolle und Zuckerverarbeitung. Leicht war es nicht, diesen Siedlungsplan in die Tat umzusetzen. Das Lachisch Gebiet hat über 1000 Quadratkilometer, doch nur die Hälfte davon ist bebaubar. Wasser gibt es hier nur wenig. Dazu kam das Problem der Siedler selbst: Fast alle waren ungelernt und von verschiedenstem kulturellen Background. Leute gleicher Herkunft wurden in einander ähnlichen Dörfern angesiedelt, wodurch die kulturellen Unterschiede weitgehend gemindert werden konnten. In der Nähe jeden Dorfes wurden soziale Einrichtungen geschaffen. Um weitere staatliche Dienste in Anspruch nehmen zu können, brauchen die Siedler nur in das nahegelegene Kirijat Gat oder Aschkelon zu fahren.

Fahren Sie die Hauptstraße entlang der nördlichen Stadtgrenze von Kirijat Gat weiter. Eine Schotterstraße vor dem Friedhof führt zu den Ausgrabungen von Kirijat Gat. Es war dies eine Philisterstadt und vielleicht sogar Goliaths Geburtsort.Tel Erani (das biblische Gat wurde bisher noch nicht gefunden). An ihren westlichen Ausläufern sehen Sie einige alte Stadtmauern. Von der Spitze haben Sie eine herrliche Aussicht. Die Straße Nr. 35 verläuft weiter über mit Pinien bewachsene Hügel, den Hamlachim-(Engel)-Wald. Eine Abzweigung nach links führt zur Aussichtsterrasse Sam Gutlin. Einige Kilometer weiter zeigen Wegweiser (Straße Nr. 3415) zum Kibbuz Lachisch und den befestigten Hügeln des angrenzenden biblischen Schlachtfeldes. Fahren Sie die geteerte Straße bis zu den Obstgärten und Ställen des Kibbuz weiter. Die zweite Abzweigung nach links führt zu den alten Befestigungen.

 

LACHISCH

 

Archäologische Ausgrabungen weisen auf eine Besiedlung dieser Gegend vor 5000 Jahren hin. In der Bibel wird Lachisch erstmals bei Joschua (10:22-32) erwähnt. Hier ist davon die Rede, daß Joschua alle Einwohner von Lachisch tötete und ihren König in der Nähe von Makkedah erhängte. Durch seine Lage (guter Überblick auf die Straßen nach Hebron und nach Jerusalem) eignete sich der Platz gut zum natürlichen Aussichtsposten und mußte befestigt werden. Salomons Sohn Rehabeam baute hier eine Reihe von Städten, die zur Verteidigung Judäas dienten (2 Chroniken 5-12). 701 v.Chr. fiel der Assyrerkönig Sanherib in Judäa ein und belagerte Lachisch. 1935 wurden die berühmten "Lachisch Briefe" entdeckt, die die darauffolgende Belagerung und Zerstörung Lachischs durch den Babylonier Nebukadnezar dokumentieren. Nebukadnezar war es auch, der Salomons Tempel in Jerusalem zerstörte. Lachisch gelangte im 5. Jahrhundert v.Chr. unter den Persern zu neuer Blüte und wurde 332 v.Chr. von Alexander dem Großen erobert. Kurz nach dem 2. Jahrhundert wurde es endgültig verlassen. Zu sehen sind hier die Überreste von Doppelmauern, eines Tores der Residenz des persischen Statthalters und Reste eines Sonnentempels, sowie mehrere Wohnräume. 10km weiter südlich befinden sich die Höhlen von Hasan. Kehren Sie nun zur Hauptstraße Nr. 35 zurück. Fahren Sie hügelabwärts und halten Sie, ehe Sie nach recht abbiegen, bei der Kreuzfahrerruine beim Kibbuz Bet Govrin.

BET GOVRIN

Bet Govrin war eines der Zentren des Landes zur Zeit der römischen Besetzung. Vereinzelte, reich ausgestattete Gräber sowie Mosaike mit Jagdszenen, die in einigen Häusern gefunden wurden, zeugen von der Besiedlung Bet Govrins im 3. und 4. Jahrhundert. Die Mosaike befinden sich heute im Israel Museum in Jerusalem. Die zahlreichen Ruinen stammen von Franken-Siedlungen und einer Burg, die das Königreich vor dem Ansturm der Ägypter auf Aschkelon schützen sollte. 1191 zerstörte Saladin die Burg, damit die Christen sie nicht wiedererobern konnten. Biegen Sie gegenüber der Kreuzfahrerruine nach rechts ab und nehmen Sie die erste - geteerte - Straße nach links, bis Sie zum Parkplatz kommen. Einige Meter tiefer liegen die ersten der riesigen Kalksteinhöhlen, von denen einige bis zu 20 m hoch sind. Über ihren Ursprung ist wenig bekannt, doch sind sie möglicherweise von den Philistern freigelegt worden, die sich hier Baumaterial für ihre Städte an der Küste besorgten. Unter dem Erdboden dieser Gegend sind Hunderte solcher weißer und beigefarbener Kalksteinhöhlen. Sie wurden vielfach auch als Kirchen verwendet. An den Wänden sind noch einige Kreuze byzantinischen Ursprungs und aus der Kreuzfahrerzeit zu finden, sowie Inschriften auf Althebräisch und Griechisch. Die bizarren und prächtigen Formen erinnern an überkuppelte Basiliken, durch deren obere Öffnungen das Sonnenlicht einfließt. Wenn Sie den Parkplatz verlassen, biegen Sie nach links ab. Sie kommen an einer Kreuzfahrerkirche - Kirche der Hl. Anna - aus dem 12. Jahrhundert vorbei. Sie ist auf den Ruinen einer byzantinischen Kirche erbaut worden. Links ist ein verrostetes Eisentor, darunter befinden sich noch viele, allerdings schwer zugängliche Höhlen. Der Besucher muß sich vor den sehr tiefen Löchern in acht nehmen!

Die interessantesten Höhlen befinden sich gleich vor dem Tor. Eine Steintreppe führt zu den drei nebeneinanderliegenden Kalksteinhöhlen, deren Wände moosbedeckt und mit Farn bewachsen sind. Beachten Sie die Stufen, die links an der Höhle hinunterführen, wo einst möglicherweise eine Zisterne war. Überqueren Sie nun eine geteerte Straße, die zu einem einige Meter weiter gelegenen Parkplatz führt. Gleich vor Ihnen, zum Teil von einem Busch verdeckt, ist der Eingang zu den berühmten Sidonischen Gräbern. Die zahlreichen Nischen sind die Ruhestätte einer reichen sidonischen Familie und stammen aus dem 3. Jahrhundert v.Chr. Ein schmaler Weg führt zu den Gräbern, die man auch als "Grab des Offiziers" kennt, da sie in der Zeit des britischen Mandats ein Offizier der britischen Armee fand und sie freilegen ließ. Verlassen Sie die Gräberstätte, wenden Sie sich nach links und halten Sie gegenüber dem Gipfel des Tel Marescha. Wegen des guten Ausblicks war der Hügel früher strategisch wichtig und wurde daher von Rehabeam (2 Chron. 11:8) befestigt. Nach dem Sturz von Lachisch kapitulierte er vor Sanherib. 163 v.Chr. eroberte ihn Juda Makkabi, doch verlor er ihn bereits ein Jahr später an die Syrer. 125 v.Chr. brachte ihn der Hasmonäer Johann Hyrkanos wieder unter jüdische Herrschaft und zwang seine idumäischen Einwohner zum Übertritt zum Judentum. Nach Pompejus' Eroberung des Heiligen Landes wurde Marescha unter einen römischen Prokonsul in Syrien eine autonome Stadt, doch wurde sie 40 v.Chr. von den Parthern zerstört.

Kehren Sie zur Hauptstraße zurück, überqueren Sie Straße Nr.343, biegen Sie rechts ab und fahren sie rechts an Kibbuz Bet Nir vorbei. nun liegen die Weingärten des Moschav Lusit vor Ihnen. Nehmen Sie die Schotterstraße rechts, gleich gegenüber dem Kibbuzschild. 300 m weiter erreichen Sie noch seltsamere Kalksteinhöhlen. Ebenso hoch wie die vorigen Höhlen, sind sie noch rätselhafter, da ihre Wände zum Teil von Nischen durchsetzt sind, für die bis heute jede Erklärung fehlt. An den Wänden - oftmals ganz hoch oben - sind Kreuze und Inschriften.

Setzen Sie Ihren Weg über die Hauptstraße fort, biegen Sie bei Agur nach rechts ab und fahren Sie an den dichtbewaldeten Hügeln vorbei. Nehmen Sie an der Kreuzung die linke Abzweigung zum Schaar Haggai. Nun erreichen Sie innerhalb weniger Minuten das biblische Elahtal. Der teilweise kahle Hügel zu Ihrer Linken ist Tel Aseka, wo sich die Philister gegen die Israeliten zusammenschlossen. Hier erschlug David den Riesen Goliath (1 Samuel 17:1-5). In diesem Tal wurde eine Gruppe der Haganah-Streitkräfte von einem arabischen Hinterhalt bis auf den letzten Mann niedergemacht, als sie den belagerten Siedlern von Gusch Etzion zu Hilfe kommen wollten (1948). (Siehe 2. Tour). Fahren Sie gradeaus weiter vorbei an Kfar Sechariah, einem 1950 von irakischen und kurdischen Emigranten gegründetem Dorf. Gleich nach der Ortschaft sollten Sie einen Augenblick halten und den herrlichen Anblick des Elahtals genießen. Die Gegend ist nun felsig mit vereinzelten Ölbäumen. Ein Wegweiser leitet Sie über eine befahrbare, wenn auch sehr schlechte Straße zum Silesianerkloster Bet Jimal (1873 gegründet). Hier werden arabische Waisen und Kinder aus armen Elternhäusern von Mönchen unterrichtet. Es werden hier herbe Weine zu günstigen Preisen verkauft. Als an der Hügelspitze das Fundament für die Kirche gelegt wurde, entdeckte man Mosaike aus dem 5. Jahrhundert, ein Kreuz und ein Grab. Im 5. Jahrhundert behauptete ein Priester, hier einen Sarkopharg mit den sterblichen Überresten des Rabbi Gamliel (1. Jahrhundert) gefunden zu haben. Möglicherweise ist es wirklich sein Grab, wenn auch angenommen wird, daß Rabbi Gamliel in Javne beerdigt wurde. Das kleine offene Grab befindet sich neben der Krypta der wundervoll ausgestatteten Kirche. Die Mosaike hängen an der Außenwand. Es sind dies die äußersten Hügel vor der Ebene. An klaren Tagen kann man von hier aus die Kraftwerke Aschdods und den Schalomturm von Tel Aviv sehen. Fahren Sie weiter über Bet Schemesch, einer Entwicklungsstadt, die nach der Stätte benannt wurde, an der sich die Bundeslade befand (der historische Tel (Hügel) Bet Schemesch liegt abseits von der Hauptstraße, bevor man in die Stadt fährt).

Nahebei (durchfährt man Bet Schemesch und fährt an Machseia vorbei) liegt die Absalom Tropfsteinhöhle (siehe unten). Überqueren Sie die Eisenbahnlinie und die schmale Brücke. Nach 3 km kommen Sie zur Schimschon Kreuzung, biegen Sie nach links ab Richtung Ramle (Straße Nr. 44). Die Straße nach Jerusalem führt geradeaus. Sie fahren nun durch das Sorektal, in dem einst Samson lebte. ("Samson liebte eine Frau im Tal von Sorek; ihr Name war Delilah"; Richter 16:4). Sorek Tropfsteinhöhle: Absalom Natur Reservat, Bet Schemesch (etwa 20 km südwestlich von Jerusalem, 2 km von Nes Harim). Eine 5000 Quadratmeter große Höhle mit mannigfaltigen bizarren Stalaktiten und Stalakmiten. Sie wurde 1968 zufällig entdeckt und 1977 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Scheinwerfer machen die Schönheit der Gesteinsformen sichtbar, welche pro Jahr etwa 0,2 mm wachsen. Öffnungszeiten: So bis Do und Sa: 8 - 16 Uhr. Freitag und an Vortagen v. Feiertagen: 8.30 - 13 Uhr. Informationen erhalten Sie von: Soreq Cave, P.O.B. 251, Bet Schemesch, Tel. Eintrittspreise. Bus Nr. 413 von Jerusalem oder Bet Schemesch.
Ehe Sie Ramle erreichen, kommen Sie an den bewaldeten Ausflugsorten Eschtaol und Taos vorbei. Einen herrlichen Blick auf das ganze Tal bietet die Aussichtswarte Mitzpe Harel. Für eine Beschreibung von Ramle und dem restlichen Verlauf der Strecke bis Tel Aviv, siehe Tour Nr. 5 in umgekehrter Reihenfolge.